09.03.10 |
Alexander König: Von Behördenverlagerungen in den ländlichen Raum profitieren mehrere Seiten
Arbeitseinheiten der Finanzverwaltung aus den Ballungszentren in den ländlichen Raum zu verlagern, findet die Zustimmung der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Alexander König, als stellvertretender Fraktionsvorsitzender zuständig für den ländlichen Raum, lobt die entsprechenden Bestrebungen des Bayerischen Finanzministeriums. Er erkennt darin neben der direkten positiven Wirkung der Arbeitsplätze auch eine wichtige Vorbildfunktion. „Wenn die Wirtschaft sieht, dass wir auch weiterhin alle Landesteile gut entwickeln, werden sie sich dort als Investoren auch wohl fühlen und wissen, dass sie nicht abgehängt werden.“
König erinnerte an die erfolgreiche Verlagerung des Landesamtes für Umwelt nach Hof nach zunächst kontroversen Debatten: „Der Großteil der Mitarbeiter fühlt sich in Hof mittlerweile pudelwohl. Diese Verlagerung ist eine strukturpolitische Erfolgsgeschichte.“ Die Entwicklungen der modernen Kommunikation schaffe zusätzliche Freiheiten bei der Ansiedlung von Behörden. „In Zeiten von eGovernment ist es egal, ob ein elektronischer Antrag von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord gemailt wird“, sagte der CSU-Fraktionsvize.
Behördenverlagerungen in den ländlichen Raum könnten mehrere Probleme gleichzeitig lösen. „Das stärkt zunächst den ländlichen Raum. Es entlastet aber auch die Ballungsräume, die immer mehr unter Siedlungsdruck, steigenden Mieten und zunehmendem Verkehr leiden. Und schließlich hilft es den Bediensteten, nicht die teueren Lebenshaltungskosten in Großstädten bestreiten zu müssen. Das eigene Häuschen mit Garten ist für untere und mittlere Einkommensschichten zum Beispiel in München schon zum unerreichbaren Traum geworden. Auf dem Land kann er noch wahr werden“, so der CSU-Politiker. „Wir müssen die Arbeit dorthin bringen, wo die Menschen leben wollen“, fordert König.
Zudem könne der Staat im ländlichen Raum günstiger auf Gebäude zugreifen oder bereits staatlich bezuschusste Bauten einer neuen Verwendung zuführen, während in den Ballungsräumen immense Immobilienpreise zu zahlen seien.
Außerdem weiß der Landtagsabgeordnete aus zahlreichen Gesprächen und Briefen, dass viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst wieder in ihrer Heimat arbeiten wollen, im Moment jedoch in den Ballungszentren ihren Dienst verrichten müssen. „Die Heimatverbundenheit unserer Menschen ist ein sympathischer Wesenszug, den wir fördern statt wegdrücken sollten.“
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