Vom Tabuthema zum Grundanliegen

29.01.10

Joachim Unterländer: Würdevolles Sterben muss vom Tabuthema zum Grundanliegen dieser Gesellschaft werden

„Gerade eine christlich geprägte Gesellschaft muss das Thema Sterben aus der Tabuzone holen. Unsere Anstrengungen müssen darauf zielen, ein würdevolles Sterben und einen möglichst schmerzarmen letzten Weg zu ermöglichen“, sagte Joachim Unterländer, der Vorsitzende des Arbeitskreises für Soziales, Familie und Arbeit der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Nach einem Fachtag der CSU-Fraktion zur Hospiz- und Palliativversorgung nannte er es ein vorrangiges gesellschaftspolitisches Ziel seiner Fraktion, im gesamten Freistaat ein bedarfsgerechtes Angebot der ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung sicherzustellen. Der Einladung zu dem Fachtag folgten mehr als 150 Teilnehmer. „Diese große Resonanz spiegelt eindrucksvoll die Bedeutung dieser Aufgabe wieder“, so der CSU-Politiker.

Trotz großer Fortschritte könnten immer noch weit weniger als zehn Prozent der Sterbenden eine palliative Versorgung oder einen Hospizdienst in Anspruch nehmen. Nur zehn Prozent der Bevölkerung könnten ihrem eigenen Wunsch entsprechend zuhause in Würde sterben.

Unterländer: „Es muss uns bekümmern, dass unsere Gesellschaft auch am Anfang des 21. Jahrhunderts noch grundlegende Fragen des menschlichen Lebens quälen: Wie können wir sicherstellen, dass sterbende Menschen eine gute schmerzlindernde medizinische Versorgung, aber auch eine umfassende spirituelle Begleitung erhalten und zwar unabhängig davon, ob sie in einem Krankenhaus, in einem Pflegeheim oder zuhause sind? Wie können wir den einzelnen Hospizvereinen eine trägerübergreifende Beratung für ihre schwierige Arbeit bieten? Wie können wir Hospizvereinen den Einstieg in die Förderung durch die Krankenkassen für das Angebot einer qualifizierten Sterbebegleitung unter fachlicher Leitung einer palliativ-medizinischen Fachkraft erleichtern?“ Der Fachtag habe verdeutlicht, dass beim Thema Sterben die sich stellenden Aufgaben breit gefächert sind.

Die CSU-Fraktion wird unter Einbindung aller im Bereich Hospiz- und Palliativversorgung tätigen Persönlichkeiten, Verbänden, aller Fraktionen des Bayerischen Landtags und der Staatsregierung gemeinsam ein Rahmenkonzept entwickeln. Erste konkrete Maßnahmen haben sich bereits aus dem Fachtag ergeben: So werden sowohl die Stiftung Hospiz als auch der Bayerische Hospizverband den aktiven Hospizvereinen durch Veröffentlichung im Internet Hilfestellung bei der Suche nach neuen ehrenamtlich tätigen Hospizhelferinnen und -helfern leisten. Die CSU-Fraktion wird die Anliegen der bei der ambulanten wie stationären Hospiz- und Palliativversorgung Tätigen unterstützen. „Im Interesse der sterbenden Menschen und ihrer Familien, im Interesse einer humanen Gesellschaft“, so Unterländer abschließend.

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